Mathias und Editha ignorieren sich seit Tagen. Beide sind in einem Unternehmen angestellt. 180 Mitarbeitende.
Aus sicherer Entfernung, aus Sicht Unbeteiligter, bietet sich folgendes Bild: Marketing contra Produktion. Kreativität contra Zuverlässigkeit, stete Veränderung contra verlässliche Abläufe.
Mathias contra Editha oder Editha contra Mathias? Keiner kann sich erklären, warum die beiden nicht klarkommen. Ging doch bis vor kurzem, denkt sich die Geschäftsführerin.

Was war passiert? Beide arbeiten erstmals in einem gemeinsamen Projekt miteinander. 3 Wochen ging es gut, dann ging nichts mehr. Die Projektleiterin ist sauer, weil es zu Verzögerungen kommt, weil Termine nicht eingehalten werden, weil die Stimmung in der Projektgruppe angespannt ist. Spaß, wo bist du hin.

Die Projektleiterin überlegt, ob und was sie tun könne und hofft, dass sich beide wieder zusammenraufen. Die Geschäftsführerin ist inzwischen genervt und spricht die Projektleiterin an. Konflikte brauchen Klärung, so ihr Wunsch.

 

Was könnten Führungskräfte oder
auch Projektleitende tun?

1. Befasst euch mit der Theorie des Konfliktmanagements

Friedrich Glasl, der Urvater des Phasenmodells der Konflikteskalation, legte bereits 1980 ein Modell vor.

Nach Glasl ist ein sozialer Konflikt eine Interaktion zwischen mehreren Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen…), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im

  • Denken / Vorstellen / Wahrnehmen und/oder
  • Fühlen und/oder
  • Wollen und/oder
  • mit anderen Aktoren in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch den anderen erfolge.

(Quelle: Glasl. Konfliktmanagement. 1990. S. 14 f.)

2. Trainiert Konfliktgespräche

Lernt die Fähigkeit, Konflikte zu moderieren.Bereitet euch auf Konflikt-Gespräche vor, analysiert den Konflikt in seinen Facetten.

3. Seid nicht zu harmoniesüchtig

Wer zusammen arbeitet sollte die Fähigkeit besitzen, zu streiten. Zu viel Harmonie bedeutet gleichmäßiges, schönes, gemeinsames voran gleiten. Gut für den Ruderachter, für Teams in der Wirtschaft eher unrealistisch. Lernt, mit unterschiedlichen Ansichten, Herangehensweisen und Werten umzugehen.

4. Stärkt die Heterogenität in den Teams

Heterogene Teams sind ein Schatz. Investiert in Team-Building-Maßnahmen oder in Team-Analysen oder in Team-Tests. Investiert regelmäßig ins Miteinander und der Erfolg wird Danke sagen.

5. Wartet nicht zu lange, bis ihr Unstimmigkeiten ansprecht

Es müssen keine Konflikte daraus werden.

1. Wahrnehmung

Beschreibt die konkrete Handlung, die ihr wahrnehmt und die euch beeinträchtigt, irritiert, ärgert.
“Du hast einfach Aufgaben und Termine definiert, ohne mit mir vorab darüber zu sprechen.”

2. Gefühl

Beschreibt das Gefühl, dass ihr in diesem Moment spürt.
“Das hat mich in diesem Moment wütend gemacht.”

3. Bedürfnis

Benennt konkret das Bedürfnis, warum ihr dieses Gefühl habt.
“Weil das für mich nichts mit Respekt und Wertschätzung zu tun hat.”

4. Bitte

Formuliert konkret eine Lösung, einen Wunsch, wie es besser für euch wäre.
“Für mich wäre es besser, wenn wir im Vorfeld darüber gemeinsam sprechen.”

Und hier für Führungskräfte und Projektleitende
der Fragenkatalog für eure Konfliktmoderation.

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